„Das geht auf keine Kuhhaut“

Das geht auf keine Kuhhaut: das überschreitet die Grenze des Zumutbaren, das ist unbeschreiblich. - Im Mittelalter wurden Verbrecher auf einer Kuhhaut zur Richtstätte geschleift, Ehebrecherinnen wurden in eine Kuhhaut genäht und im nächsten Fluß oder Teich ertränkt. Was auf keine Kuhhaut geht, erscheint schlimmer als übelster Rechtsbruch. - Eine andere Erklärung: Wie man früher oft auf präparierte Tierhäute schrieb, so wurde dem Teufel nachgesagt, daß er die Sünden der Menschen auf einer Kuhhaut aufzeichne, um sie den Sterbenden als Rechnung zu präsentieren. Der Mensch, dessen Untaten nicht mehr auf des Teufels Kuhhaut gingen, mußte schon ein besonders hartgesottener Sünder sein. In Wolfhart Spangenbergs Drama «Mammons Sold» von 1614 sagt ein schurkenhafter Bauer: «Summa, ich habe so viel getrieben, wann es alles solt seyn beschrieben, es gieng auff keine Kuhhaut nicht.» Schließlich eine Deutung aus der Antike, in der sich die Opfernden während der kultischen Handlung auf eine weitgespannte Stierhaut setzten. Wer auf der Stierhaut keinen Platz fand, durfte am Opfermahl nicht teilnehmen.“

Aus: Kurt Krüger-Lorenzen „Das geht auf keine Kuhhaut, Deutsche Redensarten - und was dahinter steckt“, Econ-Verlag GmbH, Düsseldorf, 1960

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