Mögliche Mängel einer thermischen Solaranlage

Die thermische Solaranlage wird zur Unterstützung der Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung genutzt und kann so Energiekosten sparen. Die Sonne heizt die Kollektoren auf dem Dach auf. Die Wärme wird mittels einer Wärmeträgerflüssigkeit (normalerweise Wasser mit einem Frostschutzmittel) zu einem Wärmespeicher (Wassertank), der in der Nähe des Heizkessels stehen sollte, transportiert und heizt das Wasser im Tank auf. Diese Wärme kann dann zur Erwärmung des Brauchwassers und - falls vorgesehen - der Heizung genutzt werden.

Allerdings nur dann, wenn sie fachgerecht eingebaut wird und funktioniert. Wir befürchten, dass es hier häufiger Mängel gibt:

  • Die Solaranlage wurde von einer Heizungsfirma eingebaut, die nicht die notwendige Erfahrung hat. Selbst, wenn die Solaranlage von einem erfahrenen Hersteller stammt, der auch die Einbaupläne liefert, können „Fach“-Firmen beim Einbau viel Unsinn machen. Im ungünstigsten Fall werden dann beim Betrieb die Kollektoren zerstört (Dampfschlag) und müssen ausgetauscht werden. /Link/
    Eigentlich sollten Solaranlagen nur von Firmen eingebaut werden dürfen, die dafür zertifiziert sind. Ein Wochenendkurs reicht erfahrungsgemäß nicht aus, um das notwendige Wissen zu erwerben.
  • Wir fordern allgemein, dass sich Firmen, die „Mist“ gemacht haben, nicht einfach durch Konkurs ihrer Verantwortung entziehen können und dann unter einem anderen Namen weiter Unheil stiften können.
  • Die Wärmeträgerflüssigkeit muss blasenfrei und frei von Verunreinigungen zirkulieren. Leider ist das nicht immer der Fall, ohne dass das dem Besitzer der Solaranlage unbedingt auffallen muss: Die (Winter-)Sonne scheint, die Kollektoren werden heiß, die Umwälzpumpe schnurrt normal vor sich hin und der Tankinhalt wird erwärmt. Erst bei genauem Hinschauen entdeckt man, dass der Durchsatz der Wärmeträgerflüssigkeit Null ist und das Wasser im Tank nur durch die im Winter zusätzliche Öl- oder Gasheizung aufgeheizt wird.
    Es wäre notwendig, dass die Heizungs- und Solaranlagenbauer sowie die Hersteller sich mehr Gedanken darüber machen würden, wie man die Wärmeträgerflüssigkeit blasenfrei und entgast in die Anlage einfüllen kann und Verunreinigungen, die etwa beim Verbinden der Rohrleitungen oder bei zu hoher Erhitzung der Wärmeträgerflüssigkeit entstehen können, in den Griff bekommen. Außerdem sollten die Strömungswiderstände minimiert werden.
    Bei zu geringem Durchfluss sollte eine Warnlampe aufleuchten.
  • Der Wassertank hat nicht das notwendige Wärmespeichervermögen. Für einen größeren oder zweiten Wärmespeicher reicht oft der Platz nicht aus. Eine Abhilfe wäre, im Wärmespeicher eine Temperatur bis zu 95 °C statt nur 65 °C zu ermöglichen. Die technischen Voraussetzungen dazu müssten geschaffen werden (Entkalkung, Temperaturmischer). - Wir haben zudem den Eindruck, dass die Wärmeisolation der gesamten Anlage verbessert werden müsste.

Eine thermische Solaranlage ist (im Unterschied zur Photovoltaik) eine relativ preiswerte und sinnvolle Methode, Sonnenenergie zu nutzen, allerdings nur dann, wenn sie optimal gestaltet ist.
02.12.2010 mr

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