Wege in die Zukunft (Teil 3)

Bundespolitik

Coronapandemie und danach

(Mit einem Nachtrag vom 14.07.2020)

 

Kompakt:

  • Die neuartigen Coronaviren (COVID-19-Pandemie) sind erstmals im Dezember 2019 in Wuhan (China) aufgetreten, vermutlich durch Ansteckung von einem Tier.
  • Die Coronaviren haben sich auf vielen Wegen über die ganze Welt verbreitet. Die Coronaerkrankung wird vor allem durch Tröpfcheninfektion direkt von Mensch zu Mensch übertragen und ist hoch ansteckend.
  • Am 30.01.2020 hatte die WHO die „internationale Gesundheitsnotlage“ ausgerufen und am 11.03.2020 erklärte die WHO die neue Viruserkrankung zur Pandemie.
  • Anfangs wurde die Gefahr der Coronapandemie von Behörden und Verantwortlichen - wie in vielen Ländern so auch von den (Landes-)Regierungen in Österreich und Deutschland - kaum ernst genommen. In Deutschland fanden im März 2020 noch Karnevals-, Sport- und kulturelle Veranstaltungen statt, die sich als „ideale“ Verbreitungsorte für Coronaviren erwiesen.
  • Ab Mitte März wurde dann in Deutschland der Ernst der Lage erkannt und es kam zu der jetzigen Shutdown-Situation.
  • Solche Pandemien treten immer wieder auf. Man weiß aber nie vorher, wann und wie sich ein Virus dann verhält.
  • Die Infektion kann ohne Krankheitssymptome verlaufen, aber auch tödlich enden, und sie kann nur an Hand von Tests eindeutig nachgewiesen werden.
  • Es gibt zwar mehrere Ansätze zur Herstellung von Impfstoffen. Wann davon einer einsatzbereit ist, ist noch offen. Zurzeit zielt die Behandlung darauf ab, zu versuchen, den Patienten solange am Leben zu erhalten, bis das körpereigene Immunsystem das Virus besiegt hat.
  • Die Inkubationszeit beträgt im Allgemeinen 2 bis 14 Tage. Eine Ansteckungsgefahr kann bereits bestehen, bevor die Coronaviren mit einem Test nachweisbar sind, deshalb die Quarantäne von 14 Tagen für Verdachtsfälle, z. B. nach einem Ortswechsel.
  • Die Shutdown-Situation bedeutet eine große Einschränkung der Grundrechte, wie wir sie in der BRD noch nie erlebt haben.
    Wir halten es für eine besondere Leistung, dass die meisten Menschen in unserem Land diese massiven Einschränkungen verständnisvoll ertragen haben und weiterhin ertragen. Dadurch ist die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland so stark gebremst worden, dass unser Gesundheitssystem bisher dadurch nicht überlastet wurde und dass der Shutdown nun vorsichtig gelockert werden kann.
  • Allerdings breitet sich Widerstand gegen die Einschränkungen aus, da einige glauben, so schlimm sei die Pandemie nicht. Diese Menschen übersehen, dass nur auf Grund der Einschränkungen die Zahl der Erkrankten in Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten so niedrig ist.
  • Andererseits haben Menschen das Recht zu fordern, dass Politiker, Mediziner und Virologen alle ihre Maßnahmen ausreichend erklären und dass diese Fachleute die (Zwang-)Maßnahmen immer wieder hinterfragen, denn nicht alle waren u. E. dringend geboten.
  • Die Ansteckungsgefahr sollte weiterhin möglichst klein gehalten werden, bis es einen Impfstoff oder ein Medikament gegen das Coronavirus geben wird oder bis so viele Menschen die Coronavirusinfektion überstanden haben, dass sich in der Bevölkerung eine Art „Herdenimmunität„“ entwickelt hat.
  • Wie sollte es nun weitergehen?
    Wir müssen möglicherweise noch längere Zeit (2 Jahre?) mit dem Coronavirus leben.
  • Tröpfcheninfektionen müssen weiterhin vermieden werden. Dazu tragen auch in Zukunft das Einhalten von Abstandsregeln, die Vermeidung von Menschenansammlungen in geschlossenen, nicht ausreichend belüfteten Räumen und auch schon das Tragen einfacher Masken bei.
    Es wäre u. E. unverantwortlich, jetzt schon auf die Zeit wie vor der Coronapandemie umzuschalten.
  • Unser Gesundheitssystem muss weiter ausgebaut werden, so dass es zukünftig schneller auf Pandemien reagieren kann, ohne die „tägliche Arbeit“ zu vernachlässigen. Kliniken sollten der Heilung von Patienten und nicht der Gewinnmaximierung ihrer Eigentümer dienen. Natürlich müssen Unternehmer ihre Fähigkeit nutzen, Abläufe zu optimieren. Das darf aber im Krankenhaus nicht zu Lasten der Patienten und des Personals geschehen, das gilt ebenso für Alten- und Pflegeheime. Das Pflegepersonal dieser Einrichtungen arbeitet oft bis an seinem Limit und wird nicht leistungsadäquat bezahlt.
    Wegen Corona dürfen andere wichtige Operationen und Heilbehandlungen nicht unterbleiben, so dass es nicht heißen kann: Der Mensch ist zwar nicht an oder mit sondern wegen Corona gestorben.
  • Der Einsatz von Antibiotika bei der Massentierhaltung muss rigoros eingeschränkt werden. Eine Auswahl von Antibiotika sollte ausschließlich für den Einsatz bei Menschen reserviert sein. Aus unserer Sicht haben bisher Tierärzte und Landwirtschaftsminister - mit der Agrarlobby im Rücken - über Jahre hinweg höchst unverantwortlich gehandelt und den Tod vieler Kranker auf Grund multiresistenter Keime in Kauf genommen. Die Menge der zusammengepferchten Tiere muss reduziert werden und ihre Abstände müssen größer sein.
  • Durch die Coronakrise werden wieder einmal die katastrophalen Zustände bei der Tierhaltung und Fleischverarbeitung deutlich. Diese sind zurzeit Hotspots für Coronainfektionen. Gerade unsere Partei sollte sich daran erinnern, dass sie sich einst für die Rechte der Arbeitnehmer eingesetzt hatte, und sie sollte menschenunwürdige Arbeitsbedingungen - wie die in der Fleischindustrie - verbieten. Ein guter Anfang ist das geänderte Gesetz gegen Subunternehmer in Schlachthöfen von unserem Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD).
  • Aus unserer Sicht müssten Gebäude mit Publikumsverkehr so umgebaut werden, dass die Ansteckungsgefahr allgemein reduziert wird. Einrichten von getrennten Raucherzonen auch im Freien.
  • Beschleunigter Ausbau des digitalen Netzes unter Wahrung von Sicherheitsstandards. Im Gesundheitswesen müssen Daten besser geschützt werden.
  • Energisches Entgegentreten gegen Verschwörungstheorien und rechtem Gedankengut, insbesondere dann, wenn scheinbar autorisierte Personen dahinterstecken.
    Politiker, Virologen, Mediziner und sonstige Fachleute müssen ihre Maßnahmen allgemeinverständlich erklären. Bei Statistiken sollten grundsätzlich Mathematiker (und Pädagogen) mitwirken.
  • Die meisten Menschen verhalten sich vernünftig und lassen sich auch nicht von Demonstrationen und Parolen einer (lauten) Minderheit in ihrer Vorsicht vor der Ausbreitung der Coronaviren beirren. Es sieht für uns so aus, als wären wir auf einem guten Weg.
  • Es muss geklärt werden, wie Betroffene in der Quarantäne versorgt werden können und wie sie - ohne einen Bankautomaten nutzen zu müssen - sicher an ihr Geld kommen.
  • Vom Shutdown waren sehr viele Betriebe betroffen. Zur Unterstützung der Lohnempfänger wurde das Kurzarbeiter- und Elterngeld aufgestockt bzw. verlängert und Betriebe bekommen Zuschüsse oder billige Kredite. Das halten wir für richtig.
  • Wir sind jedoch der Meinung, dass nur solche Unternehmen unterstützt werden sollten, die ihre Steuern in Deutschland bezahlen, die für die Zeit der Unterstützung keine Dividende auszahlen, die die Höhe der Gehälter (keine Boni) ihres Führungspersonals einschränken und die allein durch die Coronapandemie notleidend geworden sind.
  • Unsere Meinung: Prämie nur für den Kauf kleiner E-Autos, oder Autos mit Brennstoffzelle, aber nicht für Autos mit Verbrennungsmotor.
    Allgemeine Mobilitätsprämie wäre eine Option.
  • Unglaublich: Bei Hilfen für notleidende Gemeinden, denen durch Corona Gewerbesteuern weggebrochen sind, gibt es in der Regierung schon wieder Streit.
  • Zurzeit sind - größtenteils unabhängig von der Coronapandemie - in der EU zusätzliche Ausgaben in einer Höhe von mehreren Billionen Euro bereits erfolgt oder verplant. Die Gelder sind oder werden noch zum Teil von der EZB „gedruckt“ oder für EU-Gemeinschafts-Hilfsprogramme als Kredite aufgenommen, hinzu kommen staatliche Förderprogramme auf Kreditbasis.
    Wir Bürger erwarten, dass letztendlich unser Parlament - wie auch die der anderen EU-Staaten - über die Förderprogramme zu entscheiden haben und auch Pläne für deren Rückzahlung vorhanden sind. Diese Pläne müssen offengelegt werden. Ebenso muss u. E. die EZB offenlegen, ob und wann sie die Geldmengen wieder zurückzuführen oder an die Euro-Ländern als Gewinn zu überweisen gedenkt.
  • Die Herausforderungen Klima, Wasser- und Energiemangel, Hungersnöte, Terrorismus, Kriege, Migration, Plagen und neue Pandemien werden uns auch in Zukunft beschäftigen. Sie zeigen, wie zerbrechlich unser Dasein ist.

Kompakt vom 28.05.2020 r

 

Die neuartigen Coronaviren (COVID-19-Pandemie, auch Covid-19 geschrieben) sind erstmals im Dezember 2019 (vermehrt?) in Wuhan (China) aufgetreten. Wo und wie genau die Viren erstmals vom Tier auf einen Menschen übergesprungen sind, ist noch nicht abschließend geklärt.
Am 23.01.2020 trat der erste gemeldete Fall außerhalb Asiens in den USA auf. Am 16.02.2020 wurde außerhalb Asiens der erste Todesfall aus Frankreich gemeldet und am 23.02.2020 die beiden ersten Toten aus Italien. Am 11.03.2020 erklärte die WHO die neue Viruserkrankung zur Pandemie, nach dem die WHO schon am 30.01.2020 die „internationale Gesundheitsnotlage“ ausgerufen hatte.
Vermutlich gelangten anfänglich Coronaviren durch (Dienst-)Reisen aus Wuhan in China auch über Bayern nach Italien und evtl. noch in andere europäische Länder. Aus Italien und österreichischen Skigebieten wurden die Viren dann in viele Länder Europas verbreitet. Anscheinend hat sich das Virus auf vielen verschlungenen Wegen über die ganze Welt ausgebreitet /Link1/, /Link2/. Besonders das Auftreten der Coronainfektionen im bekannten Skiort Ischgl wurde u. E. von den Behörden zunächst grob fahrlässig heruntergespielt bzw. sogar vertuscht. Dadurch hat man eine ungehinderte Weiterverbreitung der Coronaviren über ganz Europa bis nach Island und auch in deutsche Regionen in Kauf genommen. Als dann am 13.03.2020 eine Quarantäne über das Tiroler Paznauntal verhängt wurde, die bereits ein paar Tage vorher angekündigt war, verteilten sich die am Coronavirus Erkrankten noch schnell in alle Richtungen.
In Deutschland fanden im März Karnevals-, Sport- und kulturelle Veranstaltungen statt, oft mit vielen Gästen. Diese Veranstaltungen waren ideale Verbreitungsorte für diese hoch ansteckenden Viren.

Fazit: Anfangs wurde die Gefahr der Coronapandemie von Behörden und Verantwortlichen - wie in vielen Ländern so auch von den (Landes-)Regierungen in Österreich und Deutschland - kaum ernst genommen. Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin glaubte noch am 22. Januar 2020, „dass nur wenige Menschen von anderen Menschen angesteckt werden können“, eine Fehleinschätzung, wie sich herausstellte /Link1/, /Link2/.

Mitte März 2020 wurde dann endlich in Deutschland der Ernst der Lage erkannt und es kam bei uns zu der Shutdown-Situation. Die letzte große Pandemie war die „Spanische Grippe“, die sich in drei Wellen zwischen 1918 bis 1920 über die ganze Welt verbreitete und der vor allem 20- bis 40-jährige Menschen erlagen /Link/. Die Herkunft dieser Grippe ist nicht endgültig geklärt. Vermutlich stammte sie aus China, Frankreich oder den USA, genau konnte das bis heute nicht geklärt werden. Verbreitet wurde sie vor allem durch große Truppenbewegungen am Ende des Ersten Weltkrieges. Danach gab es weitere große Grippewellen und Seuchen.
Dass sich solch eine Pandemie wieder einmal über unsere Erde verbreiten wird, ist nicht überraschend und wurde von Einigen auch erwartet. Natürlich wusste vorher niemand, wann genau ein neues Virus kommt und wie es sich dieses Mal verhält. Die Infektion kann ohne Krankheitssymptome oder mild verlaufen und kann dann nur anhand von Tests festgestellt werden. Vor allem Kinder und auch gesunde, nicht so alte Menschen scheinen die Infektionen gut zu überstehen. Allerdings ist bei Kindern eine neue Krankheit beobachtet worden, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen könnte. Nichtsdestotrotz können auch Kinder und Erwachsene - ohne Symptome zu zeigen - die Viren verbreiten.

Eine Verbreitung der Coronaviren über Gegenstände, die in Berührung von infizierten Personen gekommen sind, scheint eher unwahrscheinlich zu sein, wenn die normalen Hygieneregeln eingehalten werden. Das Virus verbreiten sich also weniger durch Schmier- als durch Tröpfchen- und Aerosol-Infektion direkt von Mensch zu Mensch. In seltenen Fällen wurden auch Haustiere und andere Tiere von an Corona erkrankten Menschen angesteckt /Link/.

In den Niederlanden sind in Pelztierfarmen viele Nerze an Coronaviren erkrankt und müssen getötet werden. Vermutlich wurden sie von Menschen infiziert. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Viren wieder zu (anderen) Menschen zurückgesprungen sind /Link/.

Es gibt (noch?) keinen Impfstoff und (noch?) kein Medikament dagegen /Link/.

Eventuell kann Remdesivir, ein Medikament gegen Ebola, den Krankheitsverlauf lindern, allerdings können die Nebenwirkungen schlimmer sein /Link/. Anlass zu Hoffnungen - Komplikationen während der künstlichen Beatmung mildern zu können - gibt das Medikament Tocilizumab (RoActemra) der Firma Roche, das gerade in der Testphase ist. Es gibt noch weitere Medikamente, die Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben könnten. Für all diese Medikamente laufen noch die Zulassungsverfahren oder Studien haben gezeigt, dass sie vermutlich - wenn überhaupt - nur in Einzelfällen geeignet sind.

Seit längerem wird untersucht, ob das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin auch zur Behandlung von an Covid-19 erkrankten Patienten geeignet ist. Eine große Studie kam scheinbar zum Ergebnis, dass dieses Malaria-Mittel mehrere starke Nebenwirkungen hat. Es sieht inzwischen aber so aus, dass es sich um einen Betrug und keine wissenschaftlich erstellte Studie handelt und zwei angesehene Fachzeitschriften Publikationen zu dieser vermeintlichen Studie veröffentlicht haben, ohne den mutmaßlichen Betrug zu erkennen. Die Fachdiskussion über die Eignung von Hydroxychloroquin zur Behandlung von an Covid-19 Erkrankten geht also weiter /Link/.

Ansätze zur Herstellung von Impfstoffen sind bereits vorhanden. Wann aber wirklich wenigstens einer davon einsatzbereit ist, ist nicht absehbar. Das Virus ist anders als die bekannten Grippeviren, d. h. die Verfahren zur Herstellung von Impfstoffen für die bekannten Viren sind nicht direkt kopierbar.

Die Behandlung auf der Intensivstation zielt darauf ab, den Patienten solange am Leben zu erhalten, bis das körpereigene Immunsystem das Virus besiegt hat. Auch hier lernen Mediziner insofern hinzu, dass man versucht, schon am Anfang der Krankheit zu erkennen, welche Maßnahmen für den einzelnen Patienten die Besten sind.

Das Covid 19 Virus ist entschlüsselt worden, d. h. sein Aufbau ist bekannt. Es gibt Tests, mit denen die Viren zuverlässig nachgewiesen werden können. Ein Test kostet - soweit wir wissen - zwischen 200 und 400 Euro, je nach Labor. Man könnte auf die Idee kommen, alle ca. 80 Millionen Menschen in Deutschland zu testen, alle positiv getesteten Personen in Quarantäne zu nehmen und dann wie vor der Pandemie weiter zu machen. Die Kosten für die Tests von ca. 16 bis 30 Milliarden Euro wären angesichts einer solchen Perspektive das Geringste.
Leider würde das so aber nicht funktionieren.
Erstens, so viele Tests gibt es in Deutschland nicht, obwohl die Testsets in den betreffenden Firmen in Schichtarbeit rund um die Uhr hergestellt werden. Auch die Auswertung der Tests ist sehr aufwendig und setzt viel Know-how voraus. Zweitens, der Test als solcher ist zwar sehr zuverlässig, aber es dauert eine Weile bis nach einer Ansteckung die für den Test erforderlichen Viren entnommen werden können. D. h. eine infizierte Person kann zwischenzeitlich andere angesteckt haben, bevor der Test ein positives Ergebnis zeigt. Der Test müsste also mehrmals (im Wochenabstand?) wiederholt werden. Also jede Woche 80 Millionen Tests, das geht u. E. schon gar nicht.
Drittens, selbst wenn - wie durch Zauberhand - das möglich wäre, könnte durch den Reiseverkehr das Virus erneut eingeschleppt werden.
Es gibt jedoch einen Genforscher, der glaubt, man könne die Tests so automatisieren, dass solche Massentests möglich seien. In der Theorie mag das zutreffen, wir zweifeln aber an der praktischen Umsetzung /Link/.

Deshalb, weil die Testkapazität noch beschränkt ist, hat man sich darauf geeinigt, nur die zu testen, die Symptome zeigen oder die Kontakte zu Infizierten hatten oder die ihre Tätigkeit (Beruf) unbedingt ausüben und dabei engen Kontakt zu anderen haben müssen (Risikogruppen). Das ist das medizinische Personal, AltenpflegerInnen, ErzieherInnen, evtl. Polizisten, Polizistinnen und neuerdings offenbar - wofür wir immer noch kein Verständnis aufbringen können - die Fußballprofis.

Man kann auch testen, ob jemand an Coronaviren erkrankt war und wieder gesund geworden ist. In diesem Fall lassen sich die im Blut vorhandenen Antikörper gegen die Coronaviren nachweisen. Es besteht die Hoffnung, dass solche Personen dann immun gegen das Coronavirus sind; gesichert ist das aber noch nicht.

Für weitere Informationen, insbesondere zur neuesten Entwicklung, wird auf die Internetseite des Robert Koch Institutes verwiesen /Link1/, /Link2/ und natürlich auch auf Rundfunk und Presse.

Für uns alle ist der Umgang mit der Situation, die wir so noch nicht erlebt haben, sehr schwierig und belastend. Die Bewegungsfreiheit und der Kontakt zu anderen Menschen waren stark eingeschränkt. Nicht einmal Freunde durfte man besuchen. Das ist u. E. für junge Erwachsene besonders schwer zu ertragen. Notwendigerweise bestehen viele Einschränkungen immer noch.
Mit Masken einkaufen oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen zu müssen, ist ebenfalls eine starke Einschränkung der Freiheitsrechte. Dem Autor fällt es schwer, mit anderen zu kommunizieren, wenn jeder so eine Maske vor Mund und Nase hat. Schulen, Kitas, Gaststätten und viele Firmen waren teilweise oder sogar ganz geschlossen und sind nun nur mit strengen Auflagen geöffnet.

Wir halten es für eine große Leistung, dass die meisten Menschen diese Einschränkungen verständnisvoll ertragen. Dadurch ist die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland so stark gebremst worden, dass unser Gesundheitssystem bisher dadurch nicht überlastet wurde, so dass der Shutdown nun vorsichtig gelockert werden konnte.

Allerdings erhebt sich Widerstand gegen Einschränkungen. Teils durch Anrufung von Gerichten gegen die Einschränkung von Freiheitsrechten, teils durch erlaubte oder ungenehmigte Demonstrationen und sonstige Menschenansammlungen. Die Anrufung von Gerichten ist sicher kein Fehler, denn die Einschränkung von Freiheitsrechten muss ständig hinterfragt und kontrolliert werden. Menschenansammlungen sind kritisch zu sehen, wenn die Abstände nicht eingehalten werden.

Treffen sich Menschen im Freien und werden dabei größere Abstände eingehalten, schätzen wir die Ansteckungsgefahr eher als gering ein. Bei längeren Aufenthalten in Innenräumen schützt möglicherweise sogar das Abstandhalten nicht vor Infektionen, da dort die - vom Menschen durch Atmen, Singen und/oder Sprechen verbreiteten - Aerosole nicht so schnell verschwinden. Diverse Vorfälle von Massen-Ansteckungen scheinen das zu bestätigen /Link/.

Manche Leute - wozu leider auch Akademiker gehören - behaupten, man könne die Pandemie auch einfach ignorieren, indem man z. B. auf die Tests verzichtet. Die Symptome der an Corona- und Grippeviren Erkrankten sind sehr ähnlich und an Grippe kann man auch sterben. - Aus unserer Sicht wäre das ein gefährlicher Irrweg. In diesem Fall würde dann die Ansteckungsrate exponentiell anwachsen. Nach kurzer Zeit wären alle Krankenhäuser überlastet, so dass man die Coronavirus-Patienten ihrem Schicksal überlassen müsste. Da man dann die zahlreichen Erkrankten auch nicht mehr von den noch Gesunden trennen könnte, wären schließlich alle Menschen erkrankt. Davon würden etwa 5 bis 10 % sterben - und nicht nur Alte - wie man anhand der Fallzahlen selbst ausrechnen kann, z. B. anhand folgender Tabelle /Link/. In Deutschland wären das ca. 4 bis 8 Millionen Tote. Die anderen wären erstmal geheilt und immun gegen genau diese Virusart. Leider kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Coronavirus ungünstig mutiert und erneut eine neue Coronapandemie auch unter den inzwischen geheilten Personen ausbricht; das würde nochmals viele Tote bedeuten. Aus unserer Sicht wäre solch eine Handlungsweise keine Option, sondern grob fahrlässig.

Wir stehen erst am Anfang der Coronapandemie. Viele Fragen bzgl. der Coronaviren sind noch ungeklärt und werden von Virologen und Mediziner unterschiedlich beurteilt, wobei sie einräumen, dass ihre Meinungen nur vorläufig sind.

Eins ist jedoch sicher, das Virus ist hochansteckend. Er wird vor allem durch Tröpfchen und Aerosole übertragen. Beim Husten, Niesen, lauten Sprechen, Singen können die Tröpfchen mit den Viren bis zu 8 m weit geschleudert werden (Physik Journal, Mai 2020, Seite 18 /Link/ (pdf, 584 KB)). D. h., der empfohlene Abstand von 1 bis 2 m ist nur mit weiteren Vorkehrungen (z. B. Tragen von Masken) wirksam. Die sehr kleinen Tröpfchen, die auch mit der Atemluft ausgestoßen werden, werden nicht weit geschleudert, da könnten die 1 bis 2 m Abstand ausreichen, aber sie können ein paar Stunden in der Raumluft schweben. Wie lange die Coronaviren in der Luft ansteckend bleiben, ist noch unklar; in Innenräumen vermutlich im Bereich von mehreren Stunden (s. o.). Hier hilft häufiges Lüften des Raumes mit Durchzug oder - wenn möglich - sollte man im Freien sitzen. Dies gilt überall da, wo Menschen zusammenkommen.

Für die Erforschung der Covid-19 Erkrankung wird in vielen Ländern sehr viel Geld bereitgestellt und die Allgemeinheit erwartet schnelle Ergebnisse. Das birgt die Gefahr in sich, dass auch zu schnell Ergebnisse präsentiert werden, ohne dass diese wissenschaftlich überprüft worden sind. Trotz des hohen öffentlichen Drucks dürfen die wissenschaftlichen Standards nicht über Bord geworfen werden, sonst haben wir eine große aber teilweise wertlose Datenmenge. Man muss sogar damit rechnen, dass unseriöse Meldungen veröffentlicht werden und Schaden anrichten können (s. o. die Studie zum Malaria-Mittel Hydroxychloroquin). Wie gesagt, es geht um viel Geld und Renommee.

Trotz der eben benannten Gefahren haben wir im Unterschied zu früheren Pandemien, wie zur Pest „Spanischen Grippe“ oder Masern, heute dank der Forschung und des Wissens über Viren viele Möglichkeiten, das Coronavirus besiegen zu können, und wir sind optimistisch, dass das auch in absehbarer Zeit gelingen wird.

Zunächst gilt es weiterhin, die Ansteckungsgefahr möglichst klein zu halten und zu hoffen, dass es irgendwann einen Impfstoff oder ein Medikament gegen das Coronavirus geben wird oder dass so viele Menschen die Coronavirusinfektion überstanden haben, so dass sich in der Bevölkerung genügend Antikörper gebildet haben und so eine Art „Herdenimmunität“ entstanden sein wird. Hier stehen wir aber noch am Anfang. Beispiele, wie in Schweden, wo auf Freiwilligkeit statt Gebote beim Abstandhalten usw. gesetzt wurde, und es eine hohe Anzahl von Todesfällen insbesondere in Alten- und Pflegeheimen gegeben hat /Link/, zeigen, dass unser Weg mit vernünftigen Regelungen sicherer ist. Vielleicht sind manche in Schweden nicht unglücklich über die Toten, denn dadurch werden Rentenkasse und Altenfürsorge finanziell entlastet. Auch in Deutschland gibt es Stimmen, die in diese Richtung gehen /Link1/, /Link2/. Jedoch diese Art zu denken liegt uns sehr fern.

Inzwischen haben Geschäfte und Gaststätten unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Da viele aus Sicherheitsgründen im Freien sitzen möchten, schlagen wir vor, dass das Rauchverbot überall für Gaststätten und Cafés - auch in deren Außenbereichen - eingeführt werden sollte. Ausnahmen sollte es nur dort geben, wo es tatsächlich genügend Ausweichmöglichkeiten gibt. Im Übrigen schädigt Rauchen - wie auch sonstiger Feinstaub - nicht nur die Lunge der Raucher, sondern auch die der Passivraucher, so dass die Coronaviren-Erkrankung ungünstiger verlaufen kann.

Pandemien - wie Grippewellen, Coronaviren u. ä. - werden kommen und gehen. Wir müssen stets damit rechnen. Von der Politik wurde in dieser Hinsicht viel versäumt. Zur Entschuldigung der Politiker muss man jedoch einräumen, dass, wenn Politiker teure Maßnahmen gegen Gefahren, die nicht unmittelbar einsichtig sind, veranlassen, können sie wegen vermeintlicher Geldverschwendung vom Wähler dafür abgestraft werden. Im Fall der Coronapandemie hätte man schon Impfstoffe gegen Coronaviren planen können. Diese hätten zwar nicht ganz gestimmt, weil Viren immer mutieren, aber eine Impfstoffentwicklung wäre vielleicht schneller gegangen. Nun werden auf Verdacht schon Impfstoffe produziert, bevor die Zulassung erfolgt ist, um Zeit zu sparen. Sollte sich der im Voraus produzierte Impfstoff als ungeeignet herausstellen, wird er vernichtet.

Weiterhin sollte in privaten Kliniken das Wohl der Patienten und nicht die Gewinnmaximierung der Klinikbetreiber/-Konzerne an erster Stelle stehen. Aus eigener Erfahrung befürchten wir, dass in solchen Häusern manche Ärzte mehr auf die juristische Absicherung, als auf eine gute Behandlung des Patienten, bedacht sind oder sogar zu achten haben. Oder in Krankenzimmern werden Patienten zusammengelegt, die entweder vom Krankheitsbild her oder wegen ihrer persönlichen Befindlichkeiten absolut nicht zusammen passen, so dass der Heilungsprozess eingeschränkt werden kann. - Privatpatienten werden oft als „Melkkühe“ angesehen und durch den kostspieligen Maschinenpark „geschleust“. Multiresistente Keime sind in Krankenhäusern ein großes Problem geworden, u. a., weil Politiker seit Jahren den Einsatz von Antibiotika in der Massen-Tierhaltung dulden. Wir halten es für eine staatlich tolerierte Straftat, dass - soweit wir wissen - kein Antibiotika ausschließlich zur Heilung von Menschen reserviert ist.

Das Pflegepersonal arbeitet oft bis an seinem Limit und wird nicht leistungsadäquat entlohnt - Gewinnmaximierung s. o.. Die Verbesserung des Gesundheitswesens einschließlich der Aufsicht auch über Alten- und Pflegeheime ist dringend erforderlich. Das wird von Vielen so gesehen und wäre ein eigenes Thema.

Durch die Coronakrise wurden erneut die katastrophalen Zustände bei der Fleischverarbeitung sichtbar. Das Fleisch soll billig sein, wird behauptet. Dass die (Leih-)Arbeiter - meist aus ärmeren EU-Staaten - mittels Werkverträge ausgebeutet und in überteuerten Unterkünften zusammengepfercht werden, wird von den Landwirtschaftsministern der Länder und der Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) u. E. bewusst ignoriert. Diese katastrophalen Zustände scheinen vielen Verbraucher auch immer noch egal zu sein, so dass der öffentliche Druck - das zu ändern - fehlt. Kein Wunder, dass sich die Arbeiter in Großschlachthöfen in mehreren Bundesländern in großem Stil mit dem Coronavirus infiziert haben und Schlachthöfe - teils vorübergehend - geschlossen werden mussten. Auch hier hatte die Aufsicht - wie schon häufiger - versagt.

Die Gesetze wurden jetzt verschärft und auch strafbewehrt. Wir aber prognostizieren dann ein Kompetenzgerangel zwischen den politischen Ebenen und behördlichen Zuständigkeiten. Außerdem müssten auch weitere Lebensmittelkontrolleure eingestellt werden. Großunternehmer werden mit Hilfe findiger Juristen Gesetzeslücken ausmachen und neue Wege finden, Menschen auszubeuten, das ist leider unsere Befürchtung. Es gab schon Drohungen, in die Niederlande abzuwandern, wo die Verhältnisse noch schlimmer als hier.

Massentierhaltung: Es ist nur eine Frage der Zeit, wann dort das nächste Virus entweicht (z. B. Schweine- und Hühnerpest). Verbesserung: Kleinere Einheiten, mehr Fläche und Bewegungsfreiheit für die Tiere.
Auch Erntearbeiter haben sich angesteckt. Wir vermuten, nicht beim Stechen von Spargel im Freien sondern in zu engen, notdürftigen Unterkünften.

Unsere Bitte an Alle: Keine Lebensmittelabfälle in die Landschaft werfen, sondern in die Mülltonne entsorgen, denn jeder Fleischrest kann Viren, wie die Schweinepest, weitertragen.

Ausbau einer wirksamen Lebensmittelkontrolle, die ebenfalls strafbewehrt ist.

Da das, was wir gegenwärtig erleben, sicherlich nicht die letzte Pandemie sein wird, werden wir auch Änderungen an öffentlich zugänglichen Gebäuden vornehmen müssen. Teilweise sind die Ein- und Ausgänge großer Geschäfte zu eng, trifft ebenfalls für viele Restaurants und Cafés zu. Ein- und Ausgang müssen vergrößert oder getrennt werden. Es muss möglich sein, mit genügend Abstand aneinander vorbei zu kommen.

In vielen Fällen müssten langfristig gesehen die Toilettenräume umgebaut werden, da die Zugänge oft zu eng sind, oder zusätzliche Toilettenhäuschen aufgestellt werden. An sich halten wir das Sitzen in Restaurants/Cafés im Freien, wenn genügend Platz vorhanden ist, für wesentlich ungefährlicher als in Innenräumen. Eine Vorsichtsmaßnahme wäre, an Engstellen das Tragen von Masken zu gebieten.

Das digitale Netz muss so gut und sicher ausgebaut werden, dass die Kommunikation reibungslos darüber ablaufen kann (Homeoffice, Zugang zu Behörden, Einkaufen), s. unsere Artikel und hier dazu.

Unsicherheit und Angst werden durch Verschwörungstheorien verbreitet. Zwar darf jeder in Deutschland seine Meinung äußern, aber es gibt Grenzen für Meinungsfreiheit (Grundgesetz Art 5). Heutzutage können Einzelne über die sozialen Medien auch mit falschen, irreführenden Behauptungen sehr viele Menschen erreichen, durch die Andere getäuscht oder geschädigt werden. Hier muss ein Weg gefunden werden, der einerseits auch andere Meinungen als die „offizielle“ Meinung zulässt, aber „Wildwuchs“ unterbindet. Ein Weg wäre, der Meinungsäußerung eine Richtigstellung beizufügen. Das ist aber ein anderes Thema.
Für besonders schlimm halten wir es, wenn Amtsträger so etwas tun. So ist es u. E. inakzeptabel, dass einzelne, katholische Bischöfe und Kardinäle einen obskuren „Aufruf für die Kirche“ starteten /Link1/, /Link2/, /Link3/. Das hat u. E. mit der christlichen Lehre nichts zu tun. Papst Franziskus ist sicherlich ein strenger Wächter der katholischen Lehre so wie seine Vorgänger, aber er zeigt ein mitfühlendes Wesen und er räumt auch Fehleinschätzungen ein. Deshalb hat er unter den Kardinälen Feinde, die die Worte Barmherzigkeit und Nächstenliebe nicht zu kennen scheinen und damit auch viele Katholiken „vor den Kopf stoßen“. Eigentlich erwarten Menschen in diesen schweren Zeiten seelischen Beistand und keine Verschwörungstheorien, die Angst machen (sollen?).

In eine ähnliche Richtung läuft ein unautorisiertes Papier von Stephan Kohn (SPD) aus dem Bundesinnenministerium (BMI) mit einer Mischung aus Fakten und Privatmeinungen im Namen des Ministeriums /Link/.

Die Coronapandemie wird von rechten Gruppierungen genutzt. Sie behaupten, dass das Virus nicht schlimm sei und vom Staat nur genutzt werde, die Bürger „klein zu halten“. Leider haben die Rechten eine breite Plattform, auch in den Medien.

Falsche Statements müssen - wenn möglich - richtiggestellt werden. Fachleute, wie Mediziner, sollten darauf achten, dass sie sich für die Allgemeinheit verständlich ausdrücken und niemals durch falsche Behauptungen Verschwörungstheorien anfeuern /Link/.

Es ist völlig normal, dass Virologen und andere Wissenschaftler unterschiedliche Meinungen vertreten. Allerdings sollte die jeweilige Meinung begründet werden. Irrtum ist möglich! Das gilt auch für die Auswertung von Studien. Es muss versucht werden, bei unterschiedlichen Ansichten bzw. Ergebnissen eine Klärung herbeizuführen, oder es wird festgestellt, dass man es zurzeit nicht besser weiß und kann.

Mediziner und Virologen sollten ihre Statistiken ausreichend erklären; was heißt z. B.: „Fallzahlen“? Bei Statistiken sollten grundsätzlich Mathematiker (und Pädagogen) mitwirken. Schon zu oft haben Ärzte u. E. fehlerhafte Statistiken geliefert. Wir vermuten sogar, in manchen Fällen mit Absicht, um ihre Ansichten zu belegen.
Es kommt auch vor, dass einzelne Mediziner nicht immer seriös arbeiten (s. o.).
Die medizintheoretische Wortwahl: „positiv getestet“, für etwas Negatives und „negativ getestet“ für etwas Positives, halten wir für unglücklich. Das sollte jedes Mal erklärt werden.

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich die meisten Menschen nicht von Demonstrationen in ihrer Vorsicht vor der Ausbreitung der Coronaviren beirren lassen. Auch wenn im Fernsehen Tausende Personen auf großen Plätzen gezeigt werden, so ist es u. E. nur eine Minderheit.

Im Moment sieht es so aus, als hätten wir in Deutschland die Ausbreitung des Virus gebremst. Es besteht eine berechtigte Hoffnung, dass sich im Sommer - durch Hitze, Sonneneinstrahlung mit UV-Lichtanteil und den erhöhten Ozongehalt in der Nähe der Erdoberfläche - das Virus schlechter ausbreiten wird. Sorgen macht uns jedoch, dass durch Unachtsamkeit auf Reisen und bei sonstigen Großveranstaltungen oder sonstige Ansammlungen vieler Personen die Ansteckungszahl wieder ansteigen könnte und das ganze Prozedere von vorne los ginge.
Jüngstes Negativbeispiel: In Göttingen haben mehrere Großfamilien am 23. Mai 2020 bei Feiern zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan gegen die Hygiene- und Abstandsregeln verstoßen. Dabei haben sich Viele mit dem Coronavirus angesteckt. Die Folge: In Göttingen sind umfangreiche Tests notwendig geworden. Alle Schulen, das Freibad, mehrere Kindertagesstätten und alle Vereine, die Mannschafts- oder Kontaktsportarten betreiben, wurden wieder geschlossen. Ein schlimmer und überflüssiger Rückfall nur wegen einiger unverantwortlich handelnder Menschen.
Allgemein besteht die Strategie der Gesundheitsbehörden darin, bei Auftreten von Ansteckungen mit dem Coronavirus alle Kontaktpersonen aufzufinden, zu testen und in Quarantäne zu schicken, um die übrige Bevölkerung zu schützen.

Genaugenommen sollte nach einem größeren Orts- oder Arbeitsplatzwechsel die betreffende Person etwa 14 Tage in Quarantäne gehen. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 14 Tage, in seltenen Fällen auch noch mehr Tage /Link/.

Es sollte geklärt werden, wie der Betreffende in der Quarantäne versorgt werden kann und wie er z. B. an sein Geld kommt. Er sollte nicht selbst an den Geldautomaten gehen. Eine Idee wäre, eine Art Kleinschecks einzuführen, die der Betreffende dem Lieferdienst oder dem helfenden Nachbarn geben könnte.

Die Ansteckungsgefahr in Bordellen ist zu berücksichtigen /Link/.

Viele Kritiker monieren zu Recht, dass die Krankenhäuser vorrangig auf die Behandlung von Coronapatienten umgestellt worden sind und die andere zum Teil lebenswichtige Versorgung Kranker und sonstiger Verletzter ins Hintertreffen geraten ist. Nicht nur „Böse Zungen“ behaupten sogar, einige seien nicht an sondern wegen Corona gestorben, weil Betten ausschließlich für Coronapatienten reserviert waren.

Wenn 130 Millionen FFP2-Masken in Lagern des Bundesgesundheitsministeriums liegen, die in Krankenhäusern und Arztpraxen dringend benötigt werden, wird das Vertrauen in die Regierung nicht gestärkt /Link/. Allerdings sind gerade bei Herstellung und Vertrieb von Masken viele Betrüger am Werk. Entweder die Masken erreichen den Kunden gar nicht oder sind minderwertig und dadurch sogar gefährlich. Vielleicht müssen die eingelagerten Masken auf ihre Tauglichkeit hin geprüft werden.

Die an sich wünschenswerte Corona-App für Smartphones ist aus Datenschutzgründen immer noch nicht einsatzbereit. Es muss verhindert werden, dass dabei eine neue zentrale, personenbezogene Datensammlung entsteht, die sich verselbstständigen kann. Das Drama um die Gesundheitskarte /Link/ und die vielen bisherigen Datenlecks lassen Schlimmes ahnen. Jetzt sieht es doch noch so aus, als ob eine Corona-App mit dezentraler Speicherung von Daten - mit Hilfe von Google und Apple - zustande käme.

Finanzwirtschaft

Generell sind wir der Meinung, dass anfangs in allen Staaten der Erde die Menschen keine Schuld an der Ausbreitung der Coronaviren haben, auch Wirtschaftsunternehmen nicht. Allenfalls kann man im Nachhinein Politikern und Gesundheitsbehörden, einschließlich Virologen, den Vorwurf machen, die Gefahr am Anfang unterschätzt oder gar ignoriert zu haben und dass sie - obwohl die Gefahr einer Pandemie bekannt war - nur unzureichende Vorsorge getroffen hatten. Zu kritisieren wäre auch, dass in Einzelfällen in der Anfangsphase Personen nicht auf Vergnügungsreisen oder vermeidbare Dienstreisen verzichtet hatten, als sich die Coronaviren schon massiv ausbreiteten.

Es ist deshalb folgerichtig, dass sich unsere Regierungs-Koalition sehr schnell auf Hilfspakete, die im Bundesfinanzministerium unter Olaf Scholz (SPD) entwickelt wurden, geeinigt hat. Für wichtig halten wir dabei das Kurzarbeitergeld, das Elterngeld und die Unterstützung für Betriebe. Außerdem wurde die Mehrwertsteuer (vorerst bis Ende 2020) gesenkt.
Wir finden das gut. /Link1/, /Link2/ (pdf-Datei, 185 KB) .
Jetzt gilt es, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen und möglichst allen Menschen, die durch die Covid-19-Pandemie Schaden erlitten haben, einen finanziellen Ausgleich zu gewähren. Das wird mit den Beschlüssen der Bundesregierung weitgehend erfüllt.

Kein Zuschuss beim Neuwagenkauf mit Verbrennungsmotor
Die Prämie für Hybridautos wurde im Vergleich zu reinen Elektroautos nur leicht angehoben und für reine Verbrenner gibt es gar keine Prämie. Hier hat sich die SPD nach langem Ringen weitgehend durchsetzen können.
Die Autoindustrie hat vorher betrügerisch gearbeitet und dadurch hohe Verluste erlitten (Dieselskandal). Die Coronakrise darf kein Vorwand dafür bieten, diese Verluste auszugleichen. Außerdem würde die Subventionierung von Verbrennern den angestrebten Klimawandel ausbremsen und nicht zur dauerhaften Auslastung der Autohersteller beitragen. Es ist nicht das Verschulden des Staates, sondern das der Autoindustrie, die Entwicklung von E-Autos (oder Wasserstoffautos) nicht schneller vorangetrieben zu haben. Die Kaufanreize für E-Autos oder Autos mit Brennstoffzelle wurden ausgeweitet. Man hat sich offenbar auch nicht von den Ministerpräsidenten der drei „Auto“-Bundesländer umstimmen lassen. Norbert Walter-Borjans (SPD) sagte in einem Interview zu Recht: „Es kann aber nicht sein, dass eine Branche dem Staat diktiert, auf welche Weise die Förderung zu erfolgen hat.“ /Link/.
Im Übrigen profitiert die Autoindustrie u. E. am meisten von der kurzfristigen Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 %.

Eine weitere Herausforderung ist es, den öffentlichen Verkehr voranzubringen. Viele Menschen benutzen gerade jetzt in der Krise lieber das eigene Auto oder Fahrrad, um sich nicht anzustecken.
In Flugzeugen ist angeblich die Ansteckungsgefahr durch die ständige Frischluftzufuhr unmöglich. Nur, wer möchte sich während des gesamten Fluges die kalte Luft aus der Düse auf die Nase blasen lassen? - Ein Weg, um in Zügen und Bussen die Ansteckungsgefahr zu verringern, wäre, die Klimaanlagen umzubauen und/oder mit einer UV-Licht-Desinfektionsstufe auszurüsten (s. u.).

Zu staatlichen Hilfen für kleinere Betriebe bis zu großen Konzernen
Damit die Hilfsgelder schnell ankommen, muss manche Prüfung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Wer Falschangaben macht, sollte zumindest wegen schweren Betrugs in einer Notlage bestraft werden. Hinzu können noch Strafen für Inkaufnahme einer Körperverletzung z. B. beim Verkauf von angeblichen FFP2 Masken, die aber nicht den Standard erfüllen, verhängt werden. Staatliche Hilfen bitte nur für Betriebe, die ihre Steuern vollständig in Deutschland (oder in einem EU-Land mit ähnlichen Steuersätzen) bezahlt haben, Tariflöhne zahlen und nicht schon vor Ausbruch der Pandemie vor einer Insolvenz standen.

Auf Grund der Pandemie ist der Verbrauch der fossilen Brennstoffe gesunken und deshalb weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt. Gut für unser Klima!

Durch den reduzierten Verkehr wurden auch weniger Feinstaub und Stickoxide erzeugt. Gut für unsere Gesundheit! Wissenschaftler mögen untersuchen, wieviel weniger Tode es dadurch gab und das mit den Coronatoten vergleichen.

Weniger Flüge: Unsere Atmosphäre ist wieder sauberer. An Verschwörungstheoretiker: Das war nicht gewollt und es ist zu befürchten, dass, wenn wir die Pandemie überstanden haben, wir wieder zu den alten Gewohnheiten zurückkehren werden oder sollten wir etwa doch hinzugelernt haben?

Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Ausbeutung der Erde werden uns vor noch größere Herausforderungen stellen als derzeit diese Pandemie.

Globaler Handel ist gut und u. E. auch wichtig. Er sollte jedoch jedes Land/Region wenigstens einen Teil der Güter für den eigenen Bedarf herstellen, und zwar komplett. Z. B. sollte ein in Deutschland gebautes Auto mit weitgehend in Deutschland oder in angrenzenden Ländern zugelieferten Teilen gebaut werden.
Zumindest ein Teil der wichtigen Arzneimittel einschließlich der Wirkstoffe sollten in der EU und nicht in Asien, z. B. in Indien und China hergestellt werden.

Es könnte das Prinzip eingeführt werden, dass Waren grundsätzlich nur in eine Richtung bewegt werden. Z. B. Fische, die in der Nordsee oder im Nordatlantik gefangen werden, sollten nicht in Nordafrika verarbeitet werden. Vorschlag: Transporte durch eine Abgabe verteuern. Evtl. könnte man so für arme, afrikanische Länder eine zusätzliche Einnahmequelle schaffen und sogar noch damit Kosten für die Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias sparen /Link/.

Offenbar gibt es Notfallpläne bzw. frühere Überlegungen /Link/ (pdf, 2,8 MB) zu einer Virus-Pandemie, die inzwischen wohl in den Büros der Regierung verstauben sind. Für ein nächste Mal sollten sie aktualisiert und zügig zur Anwendung gebracht werden.

Klimaanlagen sind so zu ertüchtigen, dass Viren, Bakterien und Pilze (Pilzsporen) zurückgehalten oder sogar abgetötet werden. Auch in Innenräumen, wo Menschen zusammenkommen, sollten Filtergeräte aufgestellt werden, die entsprechend zertifiziert sind, wenn keine geeignete Klimaanlage vorhanden ist.

Die Schlacht um Impfstoffe hat begonnen. Es ist u. E. legitim, wenn der Staat Firmen bei der Entwicklung von Impfstoffen unterstützt und damit auch das (Teil-)Risiko einer Fehlentwicklung übernimmt. Bei Erfolg sollte die Firma den Impfstoff dann entsprechend günstig abgeben. Impfstoffe und Medikamente sollten - wenn endlich vorhanden - auch für Menschen in armen Ländern bereitgestellt werden.

Rückzahlung der Schulden

Eine große Zukunftsaufgabe ist die Rückzahlung der Schulden und die Rückführung der von der EZB exorbitant hohen Geldmengen in die Staatshaushalte und Wirtschaft über den Kauf von Anleihen gepumpten Geldmengen. Zur Überwindung der Coronakrise und zum Anheizen der Inflation werden von der EZB weitere astronomisch hohe Summen sozusagen frisch aus der Notenpresse in die Staats- und Wirtschaftsfinanzierung gepumpt. Aus unserer Sicht ist das nicht durch die EU-Verträgen gedeckt. Das Bundesverfassungsgericht sieht das offenbar ähnlich, wollte aber dem Europäischen Gerichtshof in dieser Sache nicht völlig widersprechen /Link/. Wir fordern von unseren Politikern, dafür zu sorgen, dass Parlamente - und nicht autonome Gremien wie die EZB und die europäische Kommission - über die Geldwirtschaft entscheiden.

Wir erwarten, dass unsere Regierung sich auch ein Konzept überlegt, wie die Schulden langfristig zurückgezahlt werden können, wobei sicherlich die Inflation und die Nullzinsen helfen. Denkbar wäre eine Vermögenssteuer oder eine einmalige Abgabe, bevor die nächste Krise kommt und wieder Geld gebraucht wird. Nur weil Deutschland vor der Coronakrise finanziell so gut dastand - dank der Geldpolitik von Olaf Scholz (SPD) - sind die hohen Geldsummen der Hilfspakete möglich. Bis zur nächsten Krise sollte sich der Staatshaushalt wieder erholen.
07.06.2020 mr

 

Nachtrag vom 14.07.2020

In Deutschland wurden
Mund-Nasen-Schutzmaske

ab dem 09. März 2020 alle Großveranstaltungen untersagt,
ab dem 16. März eine Reihe von Bildungseinrichtungen und Geschäften geschlossen und
ab dem 23. März wurde eine bundesweite Kontaktsperre eingeführt und
Ende April 2020 die Maskenpflicht.

Forschende des Max-Planck-Instituts und der Universität in Göttingen haben ein mathematisches Modell - angepasst an die bisher bekannten Fallzahlen - erstellt, mit dem der zukünftige, zeitliche Verlauf der COVID-19-Pandemie (voraus-)berechnet werden soll. Hierbei wurden insbesondere auch die o. g. Maßnahmen und deren jeweilige Wirkung berücksichtigt und untersucht. Trotz aller Vorsicht gegenüber solchen Modellen, scheint die Studie jedoch schon jetzt zu bestätigen, dass alle verordneten Maßnahmen zusammen zur Abnahme der Infektionsrate führen. Wenn aber auf eine der Maßnahmen verzichtet wird, wird die Infektionsrate wieder ansteigen. Das Modell wird ständig angepasst, wobei alle Arbeiten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler öffentlich zugänglich sind (Physik Journal 2020, Nr. 7, Seiten 22 bis 24 /Link1/ (pdf, 597 KB), /Link2/. Aktuelle Fälle, wie beispielsweise in Fleischfabriken und bei großen Zusammenkünften zeigen, wie schnell Erfolge zunichte gemacht werden, wenn in unverantwortlicher Weise Regeln nicht eingehalten werden /Link/. Nicht nur die Massentierhaltung in viel zu engen Käfigen oder „Ställen“, sondern auch das Zusammenpferchen von Menschen am Arbeitsplatz und in Unterkünften muss endlich verboten werden.

Aus unserer Sicht haben wir leider keine andere Wahl, als nur ganz behutsam die Maßnahmen zu lockern und wenn die Infektionsraten wieder anzusteigen drohen, augenblicklich Lockerungen zurückzunehmen.
Einige Wenige meinen zwar, sie hätten das Recht, sich anstecken zu dürfen. Das mag zwar richtig sein, sie haben aber nicht das Recht, andere anzustecken und unser Gesundheitssystem und damit die Allgemeinheit zu belasten.

Leider tun sich wieder Ärzte hervor, die die Vorsichtsmaßnahmen gegen Corona unterlaufen, dieses Mal in dem sie Atteste gegen das Tragen von Masken - zum Teil ohne vorherige Untersuchung der Patienten - ausstellen. Gesundheitsexperte Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD) hält das Ausstellen derartiger Atteste ohne vorherige Untersuchung für äußerst verwerflich /Link/.

Wir sind sehr froh und dankbar, dass sich der weitaus größte Teil unserer Bevölkerung an die staatlichen Vorgaben hält und dass auch unser Gesundheitssystem inzwischen mit der Pandemie einigermaßen zurechtkommt. Und daher hegen wir weiterhin die Hoffnung, dass es in Deutschland nicht zu einer zweiten Pandemie-Welle kommen wird.
14.07.2020 r

 

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