Kurzfassung

Folgende primäre Energiequellen sind heute verfügbar:
- Fossile Brennstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle und Braunkohle)
- Kernenergie (Uran)
- Regenerative Energieerzeugung (Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik, solare Wärmeenergie, Biomasse, Gezeitenkraftwerke, Erdwärme, Ausnutzung der Gezeiten und Meeresströmung)

In absehbarer Zukunft (d.h. während der nächsten 10 bis 20 Jahre) wird keine dieser Energiequellen allein in der Lage sein, die Nachfrage nach Energie zu befriedigen, insbesondere nicht die regenerativen Energien. Dies gilt besonders im Hinblick auf die zu erwartende Zunahme des Energiebedarfs in den Entwicklungsländern. Um die für die Bevölkerung auf der Erde benötigte Energie bereitzustellen und dabei die Nachteile der einzelnen Energiearten zu minimieren, wird der Einsatz aller Energiearten benötigt.

Das Ziel einer effizienten Energiepolitik muss daher sein:
- alle primären Energiearten optimal auszunutzen,
- die regenerative Energieerzeugung weiter zu entwickeln,
- Gefahren für Mensch und Umwelt bei der Energieerzeugung zu minimieren,
- den Verbrauch der fossilen Brennstoffe auf Null zu fahren, bevor die Vorräte erschöpft sind,
- offene Probleme bei der Kernenergie zu lösen,
- neue Möglichkeiten der Energiegewinnung zu erforschen,
- effektivere Energiespeicherung und effektiveren Transport zu erreichen,
- Energie zu sparen.
- Monopole und Kartelle zum Nachteil der Verbraucher zu verhindern.

Reiner Aktionismus wie das demonstrative Abschalten von Kraftwerken und ein realitätsfernes Energieprogramm aufgrund wahltaktischer Überlegungen schaden mehr als es nutzt. Nur eine stetige und für lange Zeiträume geplante, auf die Sache gerichtete Politik wird der deutschen Bevölkerung nützen. Dabei sind die Probleme bzw. Risiken aller Energiearten zu berücksichtigen.

Nachfolgend sind die wesentlichen Gesichtspunkte kurz dargestellt.

Nachteile der einzelnen Energiearten:

Fossile Brennstoffe: Diese führen zu einer CO2-Erhöhung in der Atmosphäre und dadurch zu einer Störung des Klimas. Außerdem sind die Vorräte nur begrenzt auf der Erde vorhanden. Sie werden auch in der chemischen Industrie benötigt (z.B. zur Herstellung von Kunststoffen) und sind deshalb viel zu wertvoll, um sie zu verbrennen. Es sind vor allem die späteren Generationen, die dann unter dem höheren CO2-Gehalt der Luft und dem Mangel an Rohstoffen gleichzeitig zu leiden haben.
Kernenergie: Diese kann bei unsachgemäßer Handhabung zu einer Erhöhung der radioaktiven Strahlung führen. Der sichere Einschluss der radioaktiven Endprodukte muss daher für immer gewährleistet sein (Endlagerung) und/oder diese müssen in andere, weniger radioaktive Stoffe umgewandelt werden (Wiederaufbereitung und anschließende Nutzung). Das vollständige Ausbeuten der Uranvorräte auf der Erde ist im Unterschied zu den fossilen Brennstoffen nicht so problematisch, da Uran außer für Kernkraftwerke nur zur Waffenherstellung brauchbar ist (abgesehen von kleinen Uranmengen für Reaktoren für Wissenschaft und Medizin).
Wasserkraft: Diese ist nur begrenzt nutzbar und führt bei ungezügelter Nutzung zu ökologischen Schäden.
Windkraft: Hier gilt das gleiche wie bei der Wasserkraft. Hinzu kommt, dass – bedingt durch die großen Schwankungen der Windkraft – eine effiziente Nutzung nur in Verbindung mit einer geeigneten Speicherung des Stroms möglich ist.
Photovoltaik: Diese hat z.Z. noch einen zu schlechten Wirkungsgrad und ist noch sehr teuer. Das Problem einer effektiven Stromspeicherung ist noch nicht gelöst und damit ist die so gewonnene Energie heutzutage fast wertlos. Die Photovoltaik hat aber m.E. noch ein großes Potential: Billigere, recycelbare Photozellen mit hohem Wirkungsgrad und die Möglichkeit der effektiven und lokalen Speicherung der elektrischen Energie könnten einen wesentlichen Beitrag zur umweltfreundlichen Energieversorgung liefern. Wenn das mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in 20 bis 30 Jahren erreicht würde, dann hätten sich auch die Subventionen und der Forschungsaufwand von vielen Milliarden Euro dafür gelohnt.
Solare Wärmeenergie: Sie ist nur begrenzt nutzbar, man wird damit also immer nur einen Teil der Energie einsparen können. Das Problem einer effektiven Wärmespeicherung für einen größeren Zeitraum (z. B. vom Sommer zum Winter) ist noch nicht gelöst.
Biomasse: Sie steht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung und es besteht die Gefahr der Vernichtung von lebensnotwendiger Natur (z. B. großflächiges Abholzen von Wäldern), außerdem Gefahren durch Monokulturen.
Biokraftstoffe: Siehe „Biomasse“, zusätzlich müssen die Motoren dafür geeignet sein.
Gezeitenkraftwerke: Diese sind nur begrenzt nutzbar.
Erdwärme: Sie ist nur begrenzt nutzbar; Auslösen von Erdbeben - falls Nutzung im großen Stil erfolgt - möglich?
Ausnutzung der Gezeiten und Meeresströmung: Dies ist nur begrenzt nutzbar, kann bei ungezügelter Nutzung durch Änderung der Strömung im Meer zu ökologischen Schäden führen (z. B. dass die Belüftung des Wassers beeinträchtigt wird. Dies gilt auch für die Offshore Windkraft).
Wärmepumpen: Hier wird die Wärme aus der Umgebung (Erdreich, Wind oder Wasser) genutzt. Die Pumpen müssen jedoch mit einem Motor betrieben werden, der entweder elektrischen Strom oder flüssigen oder gasförmigen Treibstoff benötigt mit all den damit verbundenen Nachteilen. Der Spareffekt der Wärmepumpe wird dadurch u. U. wieder zu Nichte gemacht.

Um die Umweltprobleme zu lösen, sind folgende Maßnahmen notwendig:
- Effiziente Nutzung von Energie
- Erforschung neuer Energiegewinnungsmöglichkeiten

Effizientere Nutzung von Energie:

Erhöhung der Wirkungsgrade: Dies setzt weitere Forschung voraus und ist ein sehr langwieriger Prozess.
Blockkraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplung: Sind nur begrenzt nutzbar. Z.B. kann im Winter ein Blockkraftwerk, das Wärme und Strom gleichzeitig erzeugt, sinnvoll sein. Im Sommer muss es dann aber weitgehend abgeschaltet werden, da die Wärme bei hohen Außentemperaturen nicht benötigt wird.
Wärmeisolierung: Der Bau energiesparender Gebäude und die Wärmedämmung bei bestehenden Bauten sind sehr wichtig, gehen aber nur schrittweise und setzen weitere Forschung und Umdenken voraus (z.B. Verzicht auf Gebäude mit riesigen Glasfassaden und Klimaanlagen).
Energiesparende Verkehrsmittel: Dies setzt noch viel Forschungsaufwand voraus.
Stromsparende Geräte: Einsatz von Sparlampen oder in Zukunft Leuchtdioden, sparsameren Haushaltsgeräten sowie Wärmerückgewinnung beim Luftaustausch in Gebäuden (auch hierzu muss die Technik noch besser werden).
Speicherung und Transport von Energie: Dies ist vor allem wichtig für die effiziente Nutzung von Wind- und Solarkraftwerken. Neben dem Einsatz von Pumpspeicherwerken und evtl. Wärmespeicherwerken ist hier besonders die Wasserstofftechnologie interessant. Letztere kann auch sehr effizient in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden.
Änderung von Lebensgewohnheiten: Fahrrad, Motorrad oder sparsamere (kleinere) Autos fahren, nutzen von Massenverkehrsmittel; sich wärmer anziehen und dafür Wohnräume weniger, Terrassen gar nicht beheizen; richtiges Lüften. Man könnte auch darüber nachdenken, ob man weniger Fleisch und dafür mehr pflanzliche Nahrung zu sich nehmen sollte.

Erforschung neuer Energiegewinnungsmöglichkeiten: In Sicht ist nur die Fusionsenergie. Trotz der gewaltigen gemeinsamen Forschungsanstrengungen unter Beteiligung von vielen Nationen an diesen Projekten sind die physikalischen und technischen Probleme so groß, dass noch offen ist, ob es irgendwann (in 50 und mehr Jahren) Fusionskraftwerke geben wird.

Die Weiterentwicklung der sozial- und umweltverträglichen Nutzung der regenerativen Energien wird noch Jahrzehnte benötigen, ebenso das Einsparen von Energie, sodass wir in den nächsten Jahrzehnten noch die Energie aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie benötigen werden.

Politiker sollten ihr „Für und Wider“ speziell zur Kernenergie sachlich begründen und sachbezogen ihre Entscheidungen treffen. Ein Politiker, der mit Scheinargumenten arbeitet, verliert das Vertrauen der Bürger.


Leser, die an umfangreicheren Informationen interessiert sind, werden auf den vollständigen Energieartikel verwiesen.
26.05.2008

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