Schachtanlage Asse II

- Endlager für radioaktive Abfälle -

In der Öffentlichkeit wird gerade über das Auftreten radioaktiv kontaminierter Salzlösung in der Schachtanlage Asse II heftig diskutiert. Deshalb folgender Bericht:

Bei der Schachtanlage Asse II handelt es sich um ein stillgelegtes Salzbergwerk in 38319 Remlingen (Niedersachsen), in das zu Forschungszwecken von 1967 bis 1978 mittel- und schwachradioaktive Abfälle (und Chemieabfälle) aus Industrie und Medizin - jedoch nicht aus kommerziellen Kernkraftwerken - eingebracht wurden. Die mittelstarken radioaktiven Abfälle stammen überwiegend aus der Wiederaufarbeitung von Brennelementen in der Karlsruher Pilotanlage (die gerade abgebaut wird). Es wurden laut TÜV-Nord keine hoch radioaktiven Abfälle eingelagert. Es sollte dennoch zweifelsfrei geklärt werden, ob Graphitkugeln aus dem Versuchsreaktor in Jülich eingelagert worden sind oder nicht. Ggf. sollte deren Radioaktivität bewertet werden.

Die Schachtanlage Asse wird seit 1965 vom heutigen Helmholtz Zentrum München /Link/ als Untertagelabor betrieben [s. Nachtrag]. Die umfangreichen Forschungsarbeiten in dem ehemaligen Salzbergwerk dienten der Entwicklung und Erprobung verschiedener möglicher Endlagerkonzepte für radioaktive Abfälle. Nach Beendigung der Einlagerung der radioaktiven Abfälle wurden in der Schachtanlage Asse von 1979 bis zur Mitte der 90-er Jahre ausschließlich Forschungsarbeiten im Hinblick auf die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle durchgeführt. Jetzt ist man dabei, Arbeiten zum sicheren Abschluss (Versiegelung) des Bergwerkes durchzuführen. Diese sollen 2017 abgeschlossen sein, so ist es geplant.
Das Bergwerk ist an den Tagen „der offenen Tür“ für Besucher geöffnet (jetzt fast den ganzen September 2008, nach Anmeldung).

Es ist den Beteiligten (Betreiber, Behörden) schon seit Anfang der 90-er Jahren bekannt, dass im Bergwerk vor einer Kammer in ca. 750 m Tiefe Salzsole, die mit radioaktivem Cäsium kontaminiert ist, in geringer Menge auftritt. Man hielt es aber nicht für nötig, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, da von dieser Salzsole keine Gefahr ausgehe. Woher das Cäsium stammt, ist unklar. Offenbar war am Anfang die Betriebsleitung auch nicht über alle Arbeitsabläufe in diesem Bergwerk informiert. Es wirft kein gutes Licht auf die damaligen Betreiber, dass die Einlagerung dann beendet worden ist, als das strengere Atomgesetz in Kraft trat, vorher galt das Bergrecht.

Eine weitere Strömung von kontaminierter Salzsole soll durch den Einbau von Barrieren aus Spezialbeton unterbunden werden. Die Salzsole mit dem Cäsium wurde in eine Kammer in ca. 950 m Tiefe geleitet. Wegen der relativ kurzen Halbwertszeit von etwa 30 Jahren besteht keine Gefahr, dass die Radioaktivität je nach außen kommt. Außerdem ist die natürlich vorhandene Radioaktivität in einem Salzbergwerk wesentlich höher, als die der kontaminierten Salzsole.

Es sieht also so aus, dass von der radioaktiven Salzsole keine Gesundheits- und Umweltschäden ausgehen werden. Man darf aber mit Recht die lange „ Geheimniskrämerei“ kritisieren. Ebenfalls ist m. E. kaum verständlich, warum nicht das Lagern der radioaktiven und chemischen Abfälle im Bergwerk von Anfang an richtig wissenschaftlich begleitet wurde (einschließlich einer korrekten Behandlung und Lagerung der Fässer) und warum offenbar nicht vorher bei der Übernahme des Bergwerkes eine gründliche Bestandsaufnahme gemacht worden ist. Allein mit dem geringeren Kenntnisstand vor 40 Jahren lassen sich diese Versäumnisse nicht erklären. Auch die Bürger, die dem geplanten Endlager Gorleben positiv gegenüber stehen, erwarten eine Klärung dieser Fragen und dass die richtigen Maßnahmen getroffen werden. Es wäre m. E. aber falsch, immer wieder eine Grundsatzdebatte über die Endlagerung zu führen und die dringend notwendigen Entscheidungen aufzuschieben.

Erheblich mehr Sorgen bereitet den Verantwortlichen offenbar das Problem, wie das Salzbergwerk so geschlossen werden kann, dass nicht mehr Wasser als bisher durch die darüber liegenden Schichten (Spalten und Risse) eindringt. Zumal das Bergwerk jetzt in einen Zustand gebracht werden muss, dass dort keine Salzkammern einstürzen können. Normalerweise ist es wohl kein Problem, die Salzkammern so zu verfüllen, dass nichts einstürzen kann. In diesem Fall jedoch muss aber zusätzlich verhindert werden, dass Salzsole mit den radioaktiven Abfällen in Berührung kommt und sich die Salzsole dann ungehindert ausbreiten kann. Aus meiner Sicht ist es außerordentlich wichtig, dass das Forschungsprojekt letztendlich mit positiven Ergebnissen abgeschlossen wird. Nur so kann in der Bevölkerung das Vertrauen hergestellt werden, dass dann auch die Endlagerung der radioaktiven Abfälle aus den Kernkraftwerken sicher durchgeführt werden kann.
01.09.2008 r

Nachtrag vom 03.05.2009: Der Betrieb der Asse wurde am 01.01.2009 vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) übernommen. Archiv der Helmholtz Zentrum München bis 31.12.2008: hier. Aktuelle Informationen: hier

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